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Avocado

Aktualisiert: 7. Juli 2023

persea americana




Lebensraum: Feuchte Tieflandwälder auf Kalksteinformationen

Hauptblütezeit: März–Mai

Farbe der Blüte: grünlich-gelb

Erntezeit: Oktober–Juli

Wuchs: 10–20 Meter

Essbare Teile: Früchte, Samen, Blätter

Andere Verwendungen: Medizin, Kosmetik, natürlicher Farbstoff


Exemplare auf Son Selva: 2








Persea americana

Die Avocado ist ein grosser, immergrüner Baum, der in Amerika beheimatet ist und vor mehr als 5000 Jahren von mesoamerikanischen Stämmen erstmals domestiziert wurde. Damals wie heute wurde sie wegen ihrer grossen und ungewöhnlich öligen Früchte geschätzt. Der Baum hat seinen Ursprung im feuchtwarmen tropischen Regenwald irgendwo zwischen Süd-Zentral-Mexiko und Guatemala. Mexiko ist auch der führende Avocado-Erzeuger, der fast 30 % der weltweiten Ernte liefert.


Als subtropische Art brauchen Avocados ein Klima ohne Frost und mit wenig Wind. Starke Winde verringern die Luftfeuchtigkeit, trocknen die Blüten aus und beeinträchtigen die Bestäubung. Schon bei leichtem Frost kann es zum vorzeitigen Abfallen der Früchte kommen, obwohl die Sorte 'Hass' Temperaturen bis zu –1 °C verträgt.


Wie die Banane ist auch die Avocado eine Frucht, die am Baum reift, aber vor dem Genuss noch nachgereift werden muss. Einmal gepflückt, reifen Avocados innerhalb von ein bis zwei Wochen (schneller, wenn sie zusammen mit anderen Früchten wie Äpfeln oder Bananen gelagert werden, wegen des Einflusses von Ethylengas).



Komplizierte Blüten-öffnungszeiten

Der Avocadobaum hat zwittrige Blüten, bei denen die Geschlechtsorgane zu unterschiedlichen Zeiten reifen. Das macht das Timing der Bestäubung etwas kompliziert:


Damit eine Bestäubung stattfindet, braucht es eine zeitliche Überlappung der weiblichen und männlichen Öffnungszeiten. Die meisten Avocadokulturen weisen eine tägliche Periode von 1–3 Stunden der Selbstüberlappungsphase auf, in der die weiblichen und die Pollen freisetzenden männlichen Blüten gleichzeitig erscheinen. In dieser Zeit kann sich der Baum selbst befruchten.

Um die Bestäubungsrate zu erhöhen, werden aber meistens verschiedene Kultivare mit verschiedenen Blütentypen im selben Garten angebaut, man unterscheidet die Kultivare anhand der Blütentypen (Typ A und Typ B), die sich zu unterschiedlichen Zeiten öffnen.


Typ A: Die Blüten öffnen sich morgens am ersten Tag mit fertiler Narbe als weibliche Blüte und schliessen sich um 12 Uhr. Am nächsten Tag öffnet sich dieselbe Blüte um 12 Uhr bis zum Abend als fertile männliche Blüte.

Typ A Sorten: 'Hass', 'Gwen', 'Lamb Hass', 'Pinkerton', 'Reed'


Typ B: Komplementär zu Typ A öffnen sich die Blüten am ersten Tag nachmittags weiblich, am nächsten Tag morgens männlich.

Typ B Sorten: 'Fuerte', 'Sharwil', 'Zutano', 'Bacon', 'Ettinger', 'Sir Prize', 'Walter Hole'


Daher haben wir auch auf Son Selva je ein Kultivar jedes Typs angebaut: Eine 'Hass' (das ist die, welche du aus dem Supermarkt kennst) und eine 'Bacon' (diese Früchte sind grösser und grün).


Interessant: Bestimmte Sorten, wie z. B. die "Hass"-Avocado, neigen dazu, nur in abwechselnden Jahren Früchte zu tragen. Nach einer Saison mit geringem Ertrag aufgrund von Faktoren wie Kälte (die die Avocado nicht gut verträgt), wird der Baum in der nächsten Saison reichlich produzieren. Ausserdem können in manchen Jahren aufgrund der Umweltbedingungen kernlose Avocados an den Bäumen erscheinen. Diese in der Avocadoindustrie als "Cukes" bezeichneten Früchte werden aufgrund ihrer geringen Grösse in der Regel nicht auf den Markt gebracht.



Das Avocado-Wasser-Problem

Vor ein paar Jahren gab es ein wahrhaftiger "Shitstorm" gegen Avocados, und wurde in den Medien als unnachhaltig betitelt. Ich finde es immer schwierig, eine Frucht ohne Kontext zu verteufeln. Natürlich ist der Import von tropischen Früchten aus Übersee immer eine schlechtere Wahl, wenn man an den Transport denkt. Aber lass uns über das Wasserproblem sprechen:


Nach Angaben des Water Footprint Network werden für den Anbau einer Avocado durchschnittlich etwa 70 Liter frisches Grund- oder Oberflächenwasser benötigt, Regenfälle und natürliche Bodenfeuchtigkeit nicht eingerechnet. Die benötigte Wassermenge hängt jedoch davon ab, wo und vor allem wie die Früchte angebaut werden. Die hohe Nachfrage hat Landwirte dazu veranlasst, mehr Avocados anzubauen, und zwar in Regionen, in denen das Wasser sowieso schon knapp ist. Ausserdem werden die meisten Avocados in grossen Monokulturen angebaut, wodurch die Böden austrocknen und so noch mehr Wasser für das Wachstum der Bäume benötigt wird. Das ist unnatürlich und ein grosses Problem. Aber die Schuld liegt meiner Ansicht nach eindeutig beim Agrarsystem, nicht bei dieser speziellen Frucht. Während alle die Schuld auf die arme Avocado schieben, spricht niemand über den Wasserverbrauch anderer Nutzpflanzen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Nach Angaben des WWF werden mehr als 20.000 Liter Wasser benötigt, um ein Kilogramm Baumwolle zu produzieren, was in etwa einem T-Shirt und einer Jeans entspricht.


In Son Selva werden alle Früchte nach der syntropischen Methode angebaut:

(Syntropie von altgriechisch συν syn, deutsch ‚miteinander, zusammen‘)

Der Boden um unsere Bäume herum ist mit Kräutern und Sträuchern bedeckt, um das feuchte Klima zu schaffen, das unsere Avocados mögen und brauchen, und um verschiedenen anderen Pflanzen die Möglichkeit zu geben, den Schatten (und das Wasser) ebenfalls zu nutzen. Die Baumreihen dienen zudem als Windschutz.

Avocado grown in monoculture: Along the roads in Petorca, the avocado trees have been cut down because of lack of water. Source: danwatch


Medizinische Verwendung:


Die Avocadofrucht ist reich an ungesättigten Fettsäuren und Kalium. Übergewichtige Menschen können durch täglichen Verzehr den Cholesterinwert senken.

Die Pflanze hat im Allgemeinen ein breites Spektrum an medizinischen Verwendungen. Extrakte aus den Blättern haben blutdrucksenkende und krebshemmende Wirkungen gezeigt. Die Blätter werden gegen Dysenterie, Husten, Bluthochdruck, Leberprobleme und Gicht eingesetzt. Die Rinde wird gegen Durchfall eingesetzt, während die Früchte zur Senkung des Cholesterinspiegels im Blut, zur Förderung des Haarwachstums, zur Beruhigung der Haut und zur Behandlung von Hautkrankheiten sowie als Aphrodisiakum verwendet werden. Die gemahlenen Samen werden zur Behandlung verschiedener Hautkrankheiten verwendet.





Weitere Verwendungen:

Die Blätter können zu Tee verarbeitet oder geröstet als Gewürz in Eintöpfen und Bohnengerichten verwendet werden. Aus den Samen wird auch Öl gewonnen, das in der Kosmetikindustrie verwendet wird, sowie Farbstoff zum Färben von Kleidung. Da er immergrün ist, eignet er sich im Sommer auch hervorragend als Schattenbaum für uns.






Stoffe werden wunderschön rosa, wenn sie mit Avocadokernen und Schalen gefärbt werden.

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